Was macht man nach einem traditionellen Schadlbauer-Tischtennisturnier am Samstag? Richtig, Sonntagskick (Sato brauchte neben Fußball scheinbar noch eine Tennisherausforderung, aber das ist eine andere Geschichte, nein, er ist nicht der Selfmademan). Aber statt Hartplatz war Rasen angesagt, statt 312,5 m² 5400 m², statt 3 gegen 3 spielten 11 gegen 11, statt "so lange wir wollen und können" 90 Minuten. Kurz: etwas andere Vorzeichen als sonst üblich.
Nachdem wir in Kirchbach ankamen, spielten sich die Kirchbacher schon ein und die Situation stellte sich folgendermaßen dar: die U19 Spieler waren (logischerweise) jünger als wir, größtenteils kleiner (bis auf den Libero), aber sehr motiviert und sehr gut auf ihre Positionen und Spielzüge eingestellt. Vor- und Nachteile also auf beiden Seiten und dadurch, dass wir zwei Ersatzspieler hatten und die Kirchbacher anfänglich keinen, ließen darauf schließen, dass wir zumindest im Verlauf des Spieles unsere körperliche Überlegenheit ausspielen könnten. Das Ersatzspielerverhältnis sollte sich aber umdrehen (bei den Kirchbachern kamen noch zwei Spieler nach, bei uns gab es zwei Verletzungen).

Nun aber zum Spielbeginn: am Anfang kann man die Partie als offenen Schlagabtausch bezeichnen, es gab Chancen auf beiden Seiten, wobei die Kirchbacher mehr Möglichkeiten, wir aber die besseren hatten. Bereits in dieser frühen Phase zeigte sich aber, dass Kirchbach sehr stark über die Flügel agierte und nach Flanken oft durch Kopfbälle brandgefährlich werden sollte. Ein solches Zusammenspiel bringt auch die erste Großchance von Kirchbach, doch Edwin kann reflexartig gut klären. Nun drängt aber Kirchbach sehr und plötzlich steht ein Gegner frei in unserem 16er und zieht ab - 0:1. Fast im Anschluss fällt der zweite Gegentreffer, ein schöner Kopfball nach einem Corner bohrt sich hinter Edwin unhaltbar ins Netz. Unsere Stimmung war jetzt wie paralysiert, doch kurz darauf gab es unseren Anschlusstreffer: Michi, um den sich die Kirchbacher sehr liebevoll kümmerten (weswegen er auch später verletzt ausschied), wurde im Strafraum zu Fall gebracht und Fuzi versenkte den Elfmeter. Versenken ist dabei aber wohl etwas übertrieben, denn sicher geschossen war der Penalty nicht, aber dafür effektiv -> 1:2.

Bei diesem Spielstand war der Wille zum Ausgleich natürlich sehr groß. Und nicht nur dieser, sondern auch die Möglichkeit darauf. Hubi zieht alleine auf das gegnerische Tor und hat nur noch den Goalie vor sich, doch wer jetzt denkt, dass er in Beichler Manier den Ball mit einem Heber unter die Latte gedrückt hat, muss enttäuscht werden, da er ihn direkt auf den Tormann schießt. In diesem Fall kam auch noch die alte Fußballweisheit "Tore, die man nicht schießt, kassiert man" zum Tragen, da direkt nach dem Abstoß das 1:3 fällt. Aufgeben kann man aber nur einen Brief und so stürmten die Sterne weiter. Jetzt kam auch noch eine Jelavic-Situation auf uns zu: der Ball befindet sich vielleicht einen Meter vor dem gegnerischen Tor und Hubi erwischt im Rutschen noch den Ball, aber dieser will nicht in die Maschen. Auch Michi trifft den Ball in der nächsten Situation nicht und so bleibt der Spielstand unverändert.
Dann eine Schrecksekunde bei einem Kopfballduell, die sich anatomisch (die mitlesenden Medizinstudenten mögen diese Vereinfachung verzeihen) so beschreiben lassen könnte: im Profil beschreibt der menschliche Kopf von der Nasenspitze zur Stirn eine Kurve und diese Krümmung kann mit einer anderen Stirn nahezu ausgefüllt werden. In unserem Fall war der auszufüllende Schädel aus Kirchbach und der füllende auf dem Hals des Jungferks. Aus dem Ergebnis lassen sich zwei Erkenntnisse schließen: die gute Nachricht ist, dass Karlchen beim Kopfball höher springen kann, die schlechte, dass ein Kirchbacher Haupt scheinbar massiver ist als eine idealtypische Wolfsberger Rübe. Das Ergebnis lässt sich kurz zusammenfassen; Kirchbach -> blutende Nase, aber nach kurzer Zeit wieder am Feld, Wolfsberg -> Cut über dem Auge und nachher im Krankenhaus (aber Entwarnung, es wurde nicht genäht und Karli ist meines Wissens nach wieder fit). Dieser Schreck saß uns einerseits noch in den Gliedern und andererseits machte der Ausfall eines so routinierten und engagierten Verteidigers hinten Umstellungen nötig, die aber leider noch nicht abgeschlossen waren als Kirchbach das 1:4 erzielte.
Zumindest war jetzt Halbzeit und nach Verschnaufen, Erfrischen und Diskutieren ging es gefestigt in die zweiten 45 Minuten. Sato hatte gleich auch einen Assist zu verbuchen, wobei Jubel leider nicht angebracht war, den der abgerissene Abstoß wurde von einem Kirchbacher Stürmer abgefangen und eiskalt versenkt - 1:5. Allgemein lässt sich sagen, dass die Kirchbacher eine deutliche Überlegenheit im Mittelfeld hatten und vor allem bei Abstößen für uns kein Blumenkisterl zu gewinnen war. Nichtsdestotrotz tauten jetzt die Puchers auf und vor allem Daniel machte in der zweiten Hälfte mit vielen Flanken und gutem Einsatz eine glänzende Vorstellung. Apropos Einsatz: Trumsi zeigte als Verteidiger auch eine beherzte Leistung, wobei dieser Einsatz auch dem Schiri nicht verborgen blieb (O-Ton nach einem Foul: "12er! Normalerweise schick i di dafür ham!").

Zurück zum Spiel: Flanke Daniel, Tor Hubi -> 2:5, Freistoß Hubi, schöne Einzelaktion von Fuzi (setzt sich souverän im Strafraum durch) -> 3:5. Auf einmal war RSW wieder da und es schien zu laufen, aber wie heisst es so schön "Übermut tut selten gut" und so fiel das 3:6 und holte uns wieder zurück auf den Boden und wir realisierten, dass es schon einiger Anstrengungen bedürfen würde um diese Partie noch zu retten. Vor allem Michi tat sich nun als Arbeitsbiene (wie so oft) hervor und erzielte die Treffer zum 4:6 und zum 5:6. Einmal nach Zusammenspiel mit Pucher D. und dann nach ambitioniertem Einsatz von Pucher Ch. Auf einmal lag sogar der Ausgleich in der Luft, doch statt "wenn's laft, dann laft's" (oder wie die Schadlbauer Oma sagen würde "wenn's rinnt, dann rinnt's"), gab es versteinerte Gesichtszüge in unserer Abwehr nachdem ein Kirchbacher einen Gewaltschuss knapp neben die Stange (leider auf der für ihn richtigen Seite) hämmerte und Edwin zum Endstand von 5:7 verlud. So viele Bummerln bekommt Edwin van der Baumann normalerweise wahrscheinlich nur beim Schnapsen, aber ohne ihn wäre die Niederlage noch höher ausgefallen.
Alles in allem muss man wohl sagen, dass der Sieg der Kirchbacher verdient war, wenngleich die Partie auch andersrum ausgehen hätte können.
Ergebnis
Kirchbach U19 - Roter Stern 7:5 (Tore: 2 x Neubauer, 2 x Suppan M., Pucher Ch.)
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